Deutschland, deine Deutschen.

Faschisierung? Normalzustand? Fragen über Fragen. Ein kleines Mashup aus ganz normalen Tages- und Wochenzeitungen der letzten Tage (und da ist die BILD noch nicht mal dabei).

Der Vorsitzende der Grünen, Cem Özdemir, hat Maßnahmen gegen Deutschenfeindlichkeit an Berliner Schulen gefordert. „Deutschenfeindlichkeit auf Schulhöfen ist genauso wenig akzeptabel wie jede andere Form von Diskriminierung. Aber anstatt darüber zu klagen, müssen wir endlich an die Ursachen herangehen“, sagte Özdemir der F.A.S. Neben sozialen habe dies auch kulturelle Gründe, die endlich genau analysiert werden müssten. „Große Probleme verursacht die Macho- Kultur, bei der manche Männer sich berechtigt fühlen, Männlichkeit und vermeintliche Ehre mit Gewalt durchzusetzen“, sagte Schröder. Es hat zwar früher Politiker gegeben, die sinngemäß sagten, man müsse deutschen Villenbesitzern über die Einwanderung das Elend der Dritten Welt in die Vorgärten kippen. Solche Ansichten sind aber seit 20 Jahren, seit der Revolte der Wähler gegen den Missbrauch des Asylrechts, Geschichte. Damals begriffen diejenigen Politiker, die Deutschland mit Einwanderern ummodeln wollten, dass das so einfach nicht geht. Die Deutschen hatten damals nichts gegen das Recht auf Asyl. Sie hatten nur etwas gegen Asylbetrüger, die mit Drogen handelten.

Die Schulen müssten „in die Lage versetzt werden, wenn nötig auch gegen die Familie oder ein Milieu zu erziehen, wenn dort Einstellungen vermittelt werden, die mit unserem Grundgesetz nicht vereinbar sind“, sagt der Grünen-Politiker. Eines der schwerwiegendsten Probleme dieser Viertel umschreibt man gern mit Bildungsferne. Die würde, evakuierte man die dortigen Schulen in die friedlichere Parallele unserer Gesellschaft, dann ins Unendliche gedehnt. Eine groteske Vorstellung.

Es gibt einen Rassismus in sozialen Brennpunkten, der von muslimischen Schüler ausgeht. Aber auch die Mädchen langen zu, „Kopftuch gegen Blond“ nannte sich eine Hasskampagne an einer Schule. Aber die Kopftücher hatten sich verrechnet, ihre schicken, blonden Gegnerinnen waren Polinnen, denen man offenbar zu Hause nicht eingetrichtert hatte, dass es besser sei, sich wegzuducken. Niemand könne das ernsthaft bestreiten. „Jeder, der die Szene kennt, die Sachverhalte kennt, weiß, dass das so ist.“ Oder der CDU-Landtagsabgeordnete Norbert Post, auch ein Freund des klaren Wortes. „Wie weit, Herr Minister, muss sich ein Staat sein Grund und Boden unter den Füßen wegziehen lassen?“, endet seine Tirade. Das Publikum tobt. Er betonte, viele Bürger sähen die „Ausbreitung fremder Kulturen“ nicht als Bereicherung an, sondern als eine Bedrohung. Diese Sorgen müsse die Politik ernst nehmen, um wieder Vertrauen zu gewinnen. Erfolgreiche Integration brauche Grundsätze und Leitplanken, sagte Bouffier und unterstrich: „Wir haben eine Leitkultur.“Zuwanderung nach Deutschland „ist keine Zuwanderung in einen leeren Raum, sondern in eine über drei Jahrtausende gewachsene Kulturlandschaft.“

„Wir wollen nicht zum Sozialamt für die ganze Welt werden.“ Ja, er will eine „deutsche Leitkultur“ und nicht Fachkräfte aus „aller Herren Länder“ zu uns holen. Schon gar nicht müsse sich die Union „ständig dafür entschuldigen, dass sie eine Liebe zum eigenen Land hat“. Das alles entspricht der Mehrheitsmeinung in der JU. Am Freitag schaltete sich auch Westerwelle ein. Er will eine Debatte über den Nutzen von Einwanderern anregen. „Wir haben als Staat ein wohlverstandenes nationales Interesse zu fragen, wen wir einladen wollen, in Deutschland zu leben“

Und das Bonmot am Schluss: „Diese Debatte braucht eine sorgfältige Sprache, aber auch umgekehrt einen klaren Kurs.“

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Oktober 18, 2010

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